Täglich werden in der Schweiz 700 Blutspenden benötigt

Weltblutspendetag (Sonntag, 14. Juni)


BERN - Am Sonntag ist Weltblutspendetag. Gerade im Sommer ist die Blutversorgung oft angespannt. Es folgen Informationen und praktische Tipps zum Thema von Blutspende SRK Schweiz.

Wie ist die Lage in der Schweiz?

Die Blutversorgung in der Schweiz ist laut Blutspende SRK derzeit grundsätzlich sichergestellt. Sie funktioniere jedoch nur dann zuverlässig, wenn genügend Menschen regelmässig Blut spenden, hiess es auf Anfrage von Keystone-SDA.

Wie viele Spenden pro Tag?

Jeden Tag werden schweizweit rund 700 Blutspenden benötigt, um Patientinnen und Patienten in den Spitälern mit lebenswichtigen Blutprodukten zu versorgen. Da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann und nur begrenzt haltbar ist, sind regelmässige Spenden unverzichtbar. Zudem spenden lediglich rund 2,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung regelmässig Blut. Deshalb bleibe die Sicherstellung der Versorgung eine Daueraufgabe.


Sind Blutspenden manchmal knapp?

Regional und saisonal kommt es laut dem SRK immer wieder zu Engpässen. Besonders häufig seien die Blutgruppen 0 negativ (0−), 0 positiv (0+) und teilweise A− knapp. Die Situation könne sich jedoch innerhalb weniger Tage verändern, weshalb die regionalen Blutspendedienste die Bestände laufend überwachen und je nach Bedarf ihre Spenderinnen und Spender direkt aufbieten oder via Social Media-Kanäle zur Blutspende aufrufen. Gerade die Blutgruppe 0− sei besonders wichtig, weil sie in Notfällen universell eingesetzt werden könne.

Wie sind die Lagerbestände im Jahresverlauf?

Gerade im Sommer ist die Situation oft angespannt: Viele Menschen verreisen, sind seltener zum Spenden motiviert oder kehren aus Ländern zurück, in denen durch Mücken übertragbare Infektionskrankheiten zu zeitlich begrenzten Sperrfristen führen. Auch während Feiertagen wie Weihnachten/Neujahr oder an verlängerten Wochenenden spenden weniger Menschen Blut. Gleichzeitig bleibt der Bedarf in den Spitälern unverändert hoch.

Wer profitiert von einer Blutspende?

Jede Spende zählt: Blut wird täglich für Unfallopfer, Krebspatientinnen und -patienten, Menschen bei Operationen oder Geburten sowie für viele weitere Behandlungen benötigt. Blut spenden ist eine der einfachsten Möglichkeiten, anderen Menschen direkt zu helfen.

Sind Kampagnen geplant?

Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni lancieren die Blutspende SRK Schweiz, ihre zehn regionalen Blutspendedienste sowie zahlreiche Partner aus Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen die Social-Media-Kampagne #FüllDieLücke. Im Zentrum steht das Symbol der "Lücke": Sie soll sichtbar machen, was im Alltag oft unbeachtet bleibt - der konstante Bedarf an Blutspenden. Darüber hinaus führen die regionalen Blutspendedienste das ganze Jahr über lokale Informations- und Spendekampagnen durch, insbesondere vor Ferienzeiten und in Phasen mit tiefen Reserven.

Wie kann ich spenden?

Eine Stunde genügt, um Leben zu retten: Vom Eintreffen bis zum Abschluss der Spende dauert ein Termin in der Regel etwa eine Stunde. Dies sei "eine kleine Investition mit grosser Wirkung". Es lohne sich, den Termin im Voraus zu reservieren: So können die Blutspendedienste die Versorgung besser planen und Wartezeiten vermeiden. Auf eine Spende soll man sich vorbereiten, indem man davor ausreichend Wasser trinkt und etwas isst.

Was tun bei Unsicherheiten?

Wer nicht weiss, ob er Blut spenden darf, kann sich auf der Webseite informieren oder bei einem regionalen Blutspendedienst nachfragen.

Was sind neue Blutspendekriterien seit 2026?

Seit dem 1. Februar gelten in der Schweiz zusätzlich neue Blutspendekriterien. Personen mit früherer Bluttransfusion, längerem Aufenthalt im Vereinigten Königreich oder gewissen medizinischen Eingriffen sind neu zur Blutspende zugelassen. Die bisherigen Regelungen basierten auf dem Risiko einer Übertragung der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) durch Blut.

Quelle: Von Sonja Treachi (Keystone-SDA) - 14.06.2026, Copyrights Bilder: Adobe Stock/© 2026 Pixabay

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